WÖRTERBUCH

 

Das Lexikon bietet bestenfalls den ersten Schritt in Richtung einer Erklärung der aufgeführten Begriffe. Auf gar keinen Fall kann sie die Lektüre wenigstens der "Prolegomena" ersetzen. Man kann sich die mit einem Lexikon wie diesem verbundenene Problematik so vorstellen, als müsste man einem interessierten Gelehrten des alten Rom die Bedeutung von Begriffen wie „Elektron“, „genetischer Code“ oder „Komplexe Zahl“ erklären. Am ehesten trifft noch die Feststellung zu, das Lexikon sei dazu da, den gröbsten Missverständnissen vorzubeugen d.h. die Bedeutungsfelder ein klein wenig einzugrenzen. Die Deutungs-Bemühungen erfolgen durchwegs im Kontext herkömmlicher Sichtweise und üblichen Sprachgebrauches. Die zur Interpretation verwendeten Begriffe müssten genau genommen wiederum im Rahmen der neuen Theorie gedeutet werden. Solche Deutungsprozeduren werden als Parallelisierungen bezeichnet. Die zur Deutung verwendeten herkömmlichen Begriffe werden weitestgehend ohne Bezugnahme auf bestehende(wissenschaftliche) Theorien gebraucht. Um die neue Theorie zu begreifen, bedarf es keiner spezifischen alten Theorie. Es genügt jene theoretische Basis, die der sprachlichen Verständigung allgemein unterlegt ist. Das Lexikon enthält - jedenfalls in der hier vorliegenden Form - nur Begriffe, die in den direkt präsentierten Texten der Homepage Verwendung finden, nicht aber in den dort angebotenen Schriften.

 

Aspekt:

Aspekt bezieht sich in vorliegendem Kontext auf differenzierendes Erkennen, bzw. differenzierendes erkennendes Erleben - leben. Unterschieden, bzw. erkannt, werden prinzipiell Aspekte von Alles, nicht aber von etwas. „Aspekt“ ist eine poretische, „etwas“ eine logische Konstruktion

Beneinen

Bejahen und Beneinen sind Grund-Aspekte der Entwicklung. Sie beschreiben in fraktaler Weise jeden Entwicklungsschritt von der (meiner) Entscheidung jeweils jetzt bis zur gesamten Entwicklung. Es ist, so könnte man sagen, das Prinzip des (meines) Weiter - etwa als fortwährendes Verlassen und Ankommen (verlassen der alten Jetzt und ankommen im neuen Jetzt). Orthodrom, so könnte man auch sagen sei jeweils bestmögliches Beneinen und bejahen als meine auch freie, verantwortliche Entscheidung. Beneinen und bejahen korrespondieren in etwa mit "bestmöglich und besser" (im Jargon der neuen Theorie: besterst.)

Bestand:

Bestand kann verstanden werden als Bleibendes, Häufiges, Bewährtes, Gesetzmäßiges; als Ordnung, als langfristiger Aspekt. Bestand ist für die Entscheidung jeweils-jetzt wertend-richtend. Bestand und Bewegung sind die Grundaspekte der Entwicklung.

Bewegung

Bewegung bezieht sich auf meine Entscheidung jeweils-jetzt im Sinne der "Freiheit", des schöpferischen Neuen; im Sinne des Weiter, zu mehr, zu mehr Bestand und mehr Bewegung.

Da:

Da ist der Mittelbereich des Fristigkeits-Kontinuums und kann am ehesten noch mit dem Begriff Wahrnehmung in eine deutende Verbindung gebracht werden. Der Bereich Da gliedert sich in drei Unterbereiche, die man auch mit dem Begriff "Nähe" in deutende Beziehung bringen kann. Umwelt-Da: Dieser Bereich kann als die wahrgenommene (von mir als Individuum getrennte) Umwelt im herkömmlichen Sinne verstanden werden. Gemeinschafts-Da: Dies ist ein kulturbedingt weiterhin verkannter Bereich, jener des (meines) gemeinschaftlichen Geschehens, insbesondere des gemeinschaftlichen Geschehens in meinem nahen bzw. unmittelbaren Umfeld. Körper-Da: damit ist mein Wahrnehmend-agierend erlebter-gelebter Körper angesprochen, mein wahrgenommenes, „eigenes“ körperliches Geschehen.

Einung:

Der Terminus "einen" wurde eingeführt um den üblichen Begriff "vereinen" zu (ver-)meiden. Dies geschah im Rahmen des Bemühens, die verwendete Sprache aus der Prädominanz der Logik in Richtung eines harmonischen Ausgleichs von Logik und Poretik zu führen. "Einung" weißt der Differenzierung (etwa in zwei unterschiedene Aspekte) keine Priorität zu - außer in meinem Erkenntnis - Prozess bzw. meiner erkennenden Entscheidung. Wenn man so will, weder Teile noch Ganzes sind primär.

Entwicklung:

Entwicklung ist das Basiskonzept der neuen Theorie, mit den beiden Grund-Aspekten Bestand und Bewegung. Aus anderen Blickwinkeln erscheinen sie als Vergangenheit und Gegenwart, bzw. als jeweils-jetzt und weiter, bzw. als Ordnung und Zufall, als Bedingung und Freiheit, der und das heißt meiner Entscheidung …, als häufig und selten …. als natürliche Zahlenentwicklung …

Fraktal:

Der Begriff des Fraktalen wurde aus der Mathematik entlehnt, um den Prozess der differenzierenden Entwicklung zu veranschaulichen, des Zusammen wenn man so will von "gleich" und "verschieden" … von alt und neu … u.s.w.

Fristigkeit:

Fristigkeit ist ein fundamentaler Aspekt der Entwicklung (solipsistisch ist dies die allumfassende Entwicklung die ich bin: meine Entwicklung), der in all ihren Facetten "fraktal" aufscheint. Langfristig bzw. längerfristig kann provisorisch als &qout;mehr Ordnung" bzw. als "relativ häufig" gedeutet werden. Langfristig korrespondiert mit "Redundanz", mit „einfach“, „grundlegend“, „bewährt“, „wertend-richtend“, „gesetzmäßig“, „alt“ sowie mit „Logik“ und letztlich mit „Bestand“. Kurzfristig bzw. kürzerfristig könnte man als "eher zufällig" umschreiben, bzw. als „relativ selten“. Kurzfristig korrespondiert mit "Information", „Komplexität“, „Freiheit“ bzw. „Unbestimmtheit“, mit „neu“ und „erst noch zu bewähren“, mit „Versuch“, mit „Poretik“ und letztlich mit „Bewegung“ (weiter der Entwicklung).

Fristigkeits-Bereiche:

Unserem Erkennen ist konstruktiv eine Unterteilung des Fristigkeits-Kontinuums unterlegt, und zwar werden drei Bereiche unterschieden, ein kurzfristiger, das "Irgends", ein mittelfristiger das „Da“, und eine langfristiger das "Hier".

Fristigkeits-Kontinuum:

Die eine allumfassende Entwicklung ist ein fraktales Fristigkeits-Kontinuum, das am Vorbild des Systems natürlicher Zahlen am ehesten begreifbar wird.

Harmonisches Gleichgewicht:

Das harmonische Gleichgewicht bezieht sich auf das orthodrome (je-bestmögliche) Weiter der Entwicklung. Dieses lässt sich auch als maximal möglicher Bestand und maximal mögliche Bewegung beschreiben (auch als bestmögliche Mehrung von Bestand und Bewegung). Diese Forderung lässt sich nur poretisch - genauer gesagt logisch-poretisch begreifen - und erfüllen. Es ist die Forderung nach möglichst viel Ordnung und Zufall, Sicherheit und Wagnis, Bleiben und Verändern.

Hier:

Der Bereich Hier ist gleichsam noch näher, noch längerfristig als mein wahrgenommener Körper. Es ist am ehesten als die wertend-richtende Grundlage des aus individueller Sicht betrachteten Lebensprozesses. Im wenig differenzierend erkannten Übergang zum Da ist eine Parralelisierung mit dem herkömmlichen Begriff „Gefühl“ vertretbar.

Ich:

Die neue Theorie kann als poretisch - solipsistisch beschrieben werden. Der poretische Solipsismus unterscheidet sich grundsätzlich von dem herkömmlichen logischen Solipsismus. Dies zeigt sich, auf den Punkt gebracht in der poretisch korrekten Formulierung: "Ich bin Alles, du auch." Man könnte auch sagen "Jeder ist Alles", oder "Alles ist Alles"… Der poretische Solipsismus weist den Weg zurück aus der logischen Verantwortungslosigkeit, denn ich bin für alles verantwortlich; meine - freie- Entscheidung betrifft alles. Der poretische Solipsismus ist die neue ethische Basis - als meine bestmögliche Entscheidung - jeweils jetzt. (Die auch die Entscheidung meiner Gemeinschaft ist)

Identische Sicht:

Die identische Sicht ist die erste der vier Sichten der neuen Theorie. Sie ist, wenngleich am Beispiel der natürlichen Zahlen erläutert, eher als protomathematisch zu charakterisieren.

Individuum-Gemeimschaft:

Individuum und Gemeinschaft sind geeint. Es sind Aspekte des Ich bzw. Meiner. Ich kann mich als Individuum (unter Individuen) erkennen und als Gemeinschaft (unter Gemeinschaften). Der herkömmliche Aspekt des Individuums ist vornehmlich am Umwelt-Da orientiert sowie am Körper-Da, das heißt der Wahrnehmung meines eigenen Körpers und der mich nahe (bzw. unmittelbar) umgebenden Umwelt. Die Gemeinschaft wurde historisch im Gefolge der logischen Vormachtstellung weitgehend aus dem Gesamtbild ausgeblendet. Der Andere ist in unserer Kultur sehr wesentlich nicht-ich. Individuum und Gemeinschaft sind logisch loxodrom getrennt, sie sind dringend korrigierend zu einen. Wir haben dringend das Individuelle in der Gemeinschaft und das Gemeinschaftliche im Individuellen zu erkennen und anzuerkennen.

Irgends:

Irgends ist der kurzfristige Abschnitt des (alles umfassenden) Fristigkeitskontinuums, und am ehesten noch als "geistiges Geschehen" zu deuten. Ein längerfristiger Abschnitt dieses Bereiches im Übergang auch zum Da kann als Bereich bewussten Geschehens interpretiert werden.

Loxodrom:

Der Begriff "loxodrom" ist in dem Kontext orthodrom-loxodrom wie unter "orthodrom" angedeutet zu begreifen. Als „loxodrom“ und "beneint" wird der Bestand jeweils - jetzt unter dem Gesichtswinkel des "Weiter", "Besser" … verstanden im steten ortodromen Bemühen um das jeweils jetzt Bestmögliche. Jeder Schritt weiter, jede Entscheidung kann als ein Verlassen (Beneinen) und Ankommen (Bejahen) gedeutet werden - sowie als ein "hoffnungsvolles unterwegs - Sein. Das verbesserte bestmögliche erscheint als loxodrom. Loxodrom korrespondiert mit Begriffen wie falsch, Fehlentwicklung, Irrtum.

Orthodrom:

Die Begriffe "orthodrom" und "loxodrom" beziehen sich wertend auf die (meine) Entwicklung und zwar im Sinne eines wertenden Erkennens. Wohlgemerkt beziehen sie sich so auch auf ebendieses Erkennen. Eine orthodrome Entwicklung ist die mir jeweils-jetzt bestmögliche Entwicklung, das mir bestmögliche Weiter - als Korrektur erkannter Loxodromie. Die orthodrome Entscheidung führt vom mit jeweils Bestmöglichen zum bestmöglichen Besseren. Orthodrom korrespondiert mit Begriffen wie richtig, gut, adäquat …

Poretik(Logik):

Poretik bezieht sich auf den Prozess des Erkennens. Insbesondere im Hinblick auf symbolisch - konstruktives Erkennen erscheint sie als Gegenpol zur Logik. Erkennen als Entwicklung Irgends wird differenzierend im Lichte der fundamentalen Aspekte Bestand und Bewegung erkannt. Der Bestands Aspekt ist dabei deutend der Logik, der Bewegungs Aspekt hingehend der Poretik zuzuordnen. (Poretik, gr. Poreia, das Gehen, die Reise). In einer provisorischen Deutung kann man das Begriffspaar Logik-Poretik in Korrespondenz sehen zu den folgenden Begriffspaaren: Ordnung/Zufall; langfristig/kurzfristig; alt/neu; bestimmt/unbestimmt; bzw. mehr/weniger wahrscheinlich; mehr/weniger frei sowie letztlich oder/und

Put:

Das Put wurde als Kunstwort in der sogenannten systemischen Sicht der neuen Theorie geschaffen, um die Aufhebung bzw. Einung von "input" und "output" im Rahmen der neuen Theorie zum Ausdruck zu bringen. Man kann sich die Einung auch als (interaktiven) Kreisschluß verdeutlichen, der allerdings als vernetzt zu denken ist. Im Rahmen dieser fraktalen Vermaschung lassen sich durchaus Aspekte im Sinne einer Blickrichtung erkennend konstruieren, die mit den herkömmlichen Begriffen input und output (erklärend) korrespondieren.

Responsivitäts-Ordnung:

Wie das Put ist die Responsivitätsordnung ein terminus technicus der systemischen Sicht der neuen Theorie. Die Responsivitätsordnung ist eine Rangordnung aller Puts, die in etwa mit der Wahrscheinlichkeit korrespondiert, dass sie an die Spitze der Rangordnung gehoben werden (in der Aktualordnung jeweils-jetzt) und das Verhalten des Systems ausmachen. Die Responsivitätsordnung bezieht sich auf die Menge aller möglichen Puts. Dies ist die Menge wohlgemerkt allen Möglichen, mehr und weniger Wahrscheinlichen.

Symbol:

Symbol bzw. symbolische Konstruktion bezieht sich auf das Geschehen im längerfristigen Irgends, und zwar im Übergangs-Bereich zum Da; zum Umwelt-Da insbesondere und zum Gemeinschafts-Da, hierbei als sprachliche Kommunikation bzw. als sprachliche Ordnungsvermittlung erkannt. Man kann Symbol grob als den zentralen Aspekt längerfristiger Ordnung Irgends beschreiben, auf das Umwelt-Da bezogen aber auch als fixierende Manifestation, speziell im Sinne einer schriftlichen Niederlegung. Symbol korrespondiert praktisch brauchbar mit dem herkömmlichen Begriff, speziell im Hinblick auf Sprache und Zeichen.

Systemische Sicht:

Die neue Theorie, die Theoretische Grundlegung der Psychologie, wird in dem gleichnamigen Werk in vier „Sichten“ erläuternd entwickelt. Die systemische Sicht ist die zweite Sicht nach der sogenannten identischen Sicht. Die zweite Sicht könnte (sehr) grob und ungefähr als formale, logisch vereinfachende Darstellung beschrieben werden. Man könnte auch von einer mathematischen Struktur als dem Kern der Theorie sprechen. Dieser erlaubt es, die Theorie simulierend am Computer abzubilden.

Und (Oder):

Die Einung von Logik und Poretik lässt sich umschreiben als die Einung von „und“ und „oder“. Logik bezieht sich auf das „Oder“ im „Und“, Poretik auf das „Und“ im „Oder“. Die kulturell derzeit loxodom vorherrschende Logik entbehrt ihres Komplements der Poretik. Das (zu) logische Oder "ver-nichtet" das Eine oder das Andere, es "ist nicht" und dieses "ist" bezieht sich nicht auf meine Entscheidung, mein "Weitergehen". Das poretische Und wird verständlich im Bild meiner Blickwendung, im Sinne des Aspektes: Ich wende meinen Blick vom Einen zum Anderen, wobei nichts vernichtet wird, wohl aber das Eine beneint wird und das andere bejaht.